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Exkurse zur Architektur: Kirchen in Rom
Die Fresken der Sylvesterkapelle in der Kirche Santi Quattro Coronati, Rom


Steigt man vom Kolosseum zum Celia-Hügel hinauf (Richtung Lateran) dann sollte man die Besichtigung der Kirche Santi Quattro Coronati auf keinen Fall versäumen. In der dortigen Sylvesterkapelle kann man einen phantastischen Freskenzyklus anschauen, der zudem ein tolles Lehrstück in Propaganda darstellt. Doch der Reihe nach.
Der Legende nach weigerten sich einst zur Zeit Kaiser Diokletians (reg. 284-305) vier Bildhauer aus Pannonien eine Statue des römischen Gottes Äskulap herzustellen. Andere erzählen, dass es vier Soldaten gewesen sein sollen, die sich weigerten diesen Gott zu verehren. Wie dem auch sei, die Vier starben als Märtyrer indem man ihnen (so die Legende) vier eiserne Kronen mit spitzen Zacken auf die Häupter drückte, woraus sich jetzt der Name der "heiligen vier Gekrönten" herleitet. (1)


Von den ersten Kirchengebäuden (4. u. 5. Jahrhundert) hat sich kaum etwas erhalten und so ist der heutige Komplex denn auch das Ergebnis mehrerer Bauphasen. In karolingischer Zeit entstand um 850 während des Pontifikats des Papstes Leo IV. eine große Basilika, die aber 1084 bei der normannischen Eroberung Roms durch Robert Guiscard weitgehend zerstört wurde. Unter Papst Paschalis II. (1099-118) wurde die Kirche in veränderter und verkleinerter Form (ein Teil des ursprünglichen Kirchenraumes ist heute ein offener Hof) als dreischiffige Emporenbasilika wieder aufgebaut. Alle drei Schiffe werden jetzt von der gewaltigen karolingischen Rundapsis umfangen.
Auf der Tafel vor der Kirche kann man Details zur Geschichte und zur Baugeschichte (in ital. und engl. Sprache) lesen.
Die Übersetzung des engl. Tafeltextes mit DeepL finden Sie nachfolgend:Auf der Tafel vor der Kirche kann man Details zur Geschichte und zur Baugeschichte (in ital. und engl. Sprache) lesen.
"Auf dem Celio-Hügel, wo sich die Straße in der Via dei SS. Quattro (die einen Teil der alten Via Tusculana nachzeichnet) verbreitert, ...
...steht die Basilika SS. Quattro Coronati. Es gibt widersprüchliche Geschichten über die Identität der Märtyrer, zu deren Ehren diese Kirche erbaut wurde. Es könnte sich um Marmorhandwerker aus Pannonien handeln, die während der Herrschaft Diokletians (284-305) gemartert wurden, weil sie sich weigerten, eine Statue des Gottes Äskulap zu schnitzen, oder, wie eine andere Geschichte erzählt, um römische Prätoren, die die betreffende Statue nicht verehren wollten. Der ursprüngliche Kirchenbau war wahrscheinlich eine rechteckige Apsishalle aus dem 4. Jahrhundert, wie die Mauerwerkstechnik vermuten lässt. Überreste davon wurden 1957 während einer Restaurierung unter der heutigen Basilika freigelegt. Es handelte sich mit ziemlicher Sicherheit um ein heidnisches Gebäude, und es gibt zwei verschiedene Theorien über das Datum, an dem die christliche Gemeinde es erworben hat: Entweder wurde es vor 499 n. Chr. erworben, als der „titulus Aemilianae” erstmals dokumentiert wurde, der aus verschiedenen spätmittelalterlichen Quellen als die Kirche SS. Quatro identifiziert wurde, oder aber die heidnische Halle wurde von Papst Honorius I. in eine Kirche umgewandelt. (625-638) (aus der in den Aufzeichnungen erwähnten Bauzeit sind keine Überreste erhalten geblieben, außer vielleicht im Boden des Seitenflügels nördlich der heutigen Basilika).

Turm im OstenDie heutige Gestaltung dieses riesigen Komplexes ist das Ergebnis einer Reihe verschiedener Bauphasen. In der Karolingerzeit, vermutlich unter Leo IV. (847-855), wurde im Osten ein massiver quadratischer Turm errichtet, dessen oberer Teil nach außen hin mit einer Loggia mit vier Bogenfeldern auf jeder Seite (mit Ausnahme der wiederaufgebauten Südseite) und einem Torbogen zum ersten Innenhof mit Bögen aus dem späten 16. Jahrhundert versehen war. Die Kapelle Santa Barbara (heute vom Kreuzgang aus zugänglich), die halbrunde Krypta unter der Apsis und die von der Krypta aus zugängliche Reliquienkammer stammen ebenfalls aus dieser Basilika. Die karolingische Kirche, eine einfache dreischiffige Basilika mit Querschiff, wurde 1084 während der Plünderung durch die Normannen unter Roberto il Guiscardo durch einen Brand zerstört.

2.Innenhof
Sie wurde während der Herrschaft von Papst Pascal (Paschalis) II. (1099-1118) unter Verwendung der erhaltenen Mauern und unter Beibehaltung des Grundrisses restauriert, obwohl dieser sehr bald durch die Beseitigung des östlichen Teils, der später zu einem zweiten Innenhof unter freiem Himmel wurde (wo sich noch heute der Eingang zur Kirche befindet), erheblich verkleinert wurde. Die neue Basilika wurde mit Matronen ausgestattet, und an der Westseite des alten Mittelschiffs wurde ein Querschiff angebaut, indem die Säulen, die es früher von den Seitenschiffen trennten, zugemauert wurden (diese antiken Säulen sind heute dank der zwischen 1912 und 1914 von Munoz durchgeführten Restaurierung wieder sichtbar) und der Raum dann mit zwei Reihen von Säulen, die heute noch vorhanden sind, wieder in drei Schiffe unterteilt wurde. Die Wohnräume der Mönche und ein Teil des Klosterkreuzgangs wurden in das alte Seitenschiff im Süden eingebaut (seit der Zeit von Papst Paschalis II. war die Kirche mit Mönchen in einem von ihm dort gegründeten Kloster verbunden; Die Mönche wurden 1560 durch Augustinerinnen ersetzt, deren Orden noch heute dort ansässig ist. Das nördliche Seitenschiff wurde vollständig in die Wohnräume im Norden integriert, mit Ausnahme eines Abschnitts, der im 13. Jahrhundert für den Bau der Kapelle des Heiligen Silvester genutzt wurde und mit sehr schönen Fresken im byzantinischen Stil verziert ist, die Szenen aus dem Leben von Papst Silvester und Kaiser Konstantin zeigen.
Spätere bemerkenswerte Werke sind die Kassettendecke aus Holz aus dem 16. Jahrhundert, die von Kardinal Enrico del Portogallo in Auftrag gegeben wurde, und die Fresken in der Apsis, die 1630 von Giovanni da San Giovanni gemalt wurden."
Spätere bemerkenswerte Werke sind die Kassettendecke aus Holz aus dem 16. Jahrhundert, die von Kardinal Enrico del Portogallo in Auftrag gegeben wurde, und die Fresken in der Apsis, die 1630 von Giovanni da San Giovanni gemalt wurden."
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version) am 11.12.2025, Textquelle: Informationstafel vor der Kirche (2)

Gehen wir hinein und durchschreiten den ersten und den zweiten Innenhof! Im zweiten Innenhof sehen wir rechts die Säulen und Arkaden des ehemaligen Seitenschiffes. Auch in der Kirche sind die Säulen der alten Seitenschiffe im Chorbereich (wieder) sichtbar.

Bitte klingeln!

Uns interessiert aber vor allem ein ganz besonderer Bilderzyklus: Um 1246 wurde die Sylvesterkapelle von Santi Quattro Coronati mit künstlerisch herausragenden Fresken in einer Weise ausgemalt, die hervorragend den universalen machtpolitischen Anspruch der römischen Päpste des Mittelalters illustriert. Dafür gehen wir in den Innenhof zurück und klingeln, die Augustinerinnen öffnen gern die Tür zur Kapelle.
In der Kapelle des hl. Sylvester
Im oberen Bogen der Stirnseite wird die Majestät Christi auf dem Thron dargestellt, neben ihm die fürbittenden Maria und Johannes sowie die zwölf Apostel. Darunter beginnt links die Erzählung, in der Kaiser Konstantin und Papst Sylvester die handelnden Personen sind.
Schauen wir uns die einzelnen Szenen an:
Konstantin - von Aussatz geschlagen

Der römische Kaiser Konstantin ist schwer an Aussatz erkrankt. Überall ist sein Körper mit Pusteln und Schwären überdeckt. Die Ärzte empfehlen zur Heilung ein Bad im Blut von unschuldigen Kindern, doch das laute Wehklagen der Mütter hält den Kaiser davon ab. Er ist schließlich kein zweiter Herodes, der (der Legende nach) Kinder morden ließ.
Der Traum
Unruhig und schweißgebadet liegt der Kaiser nachts in seinem Bett, ein Diener fächelt ihm Kühlung zu. Im Traum erscheinen dem Kaiser die Apostel Petrus und Paulus, ohne dass er sie erkennt. Petrus und Paulus mahnen Konstantin, den vertriebenen Papst Sylvester nach Rom zurückzuholen. (Konstantin hatte im Machtkampf um die Kaiserkrone seinen Gegner und Mitkaiser Maxentius besiegt, dabei ist in den Kriegswirren der römische Bischof - der Papst - entweder selbst aus Rom geflohen oder vertrieben worden.)
Die Boten auf dem Weg und bei Sylvester


Hoch zu Ross machen sich die Boten im Auftrag des Kaisers auf den Weg, um den Papst nach Rom zurückzuholen. Ob der sie empfängt? Ja, der Papst hat sie gnädig empfangen. Knieend flehen die kaiserlichen Boten Sylvester an, nach Rom zurückzukehren.
Die Aussage ist eindeutig: Ohne den Beistand der Kirche scheint der Kaiser - die weltliche Macht - verloren.
Die Aussage ist eindeutig: Ohne den Beistand der Kirche scheint der Kaiser - die weltliche Macht - verloren.
Der hilfsbereite Papst

Papst Sylvester hat sich vom Kaiser selbst den Traum erzählen lassen und weiß als Stellvertreter Christi und Nachfolger Petri natürlich sofort, dass es sich bei den beiden Männern im Traum um Petrus und Paulus handelt... Er zeigt Konstantin die Bilder der Apostel und der erkennt sie - sehr beindruckt - als die Gestalten seines Traums wieder.
Auffällig ist die demütige Haltung des Kaisers gegenüber dem Papst.
Die TaufeAuffällig ist die demütige Haltung des Kaisers gegenüber dem Papst.

Demütig nämlich hat der Kaiser Konstantin den Papst um die Taufe gebeten. So sitzt er denn jetzt also vollständig nackt in dem großen Taufbecken, Diener halten sein prächtiges Gewand und Sylvester vollzieht eigenhändig die Taufe. Und siehe da: Mit der Taufe wird der Kaiser plötzlich vollständig geheilt! Keine Pusteln und Schwären sind mehr zu sehen!
Auch hier ist die Botschaft wieder eindeutig (und dick aufgetragen): Die weltliche Macht hat sich der Kirche unterzuordnen.
Auch hier ist die Botschaft wieder eindeutig (und dick aufgetragen): Die weltliche Macht hat sich der Kirche unterzuordnen.
Die Schenkung

Es kommt aber noch dicker: Nachdem Konstantin geheilt ist, schenkt er dem Papst die Stadt Rom! Als Zeichen der besonderen Würde bekommt der Papst einen schirmförmigen Baldachin und eigenhändig übergibt der Kaiser die spitze Mütze (das sogenannte Phrygium), die nur dem höchsten Herrscher zusteht. In der anderen Hand hält Konstantin schon die Zügel des Schimmels, den er ebenfalls übergeben wird. Und wo sitzt der Papst? Natürlich auf dem prächtigen Thron des Kaisers (siehe das erste Bild), während jener sich demütig davor befindet.
Triumphaler Einzug in Rom

Hoch auf seinem weißen Ross, mit Baldachin und Phrygium auf dem Kopf, zieht Papst Sylvester endlich mit großem Gefolge in Rom - die ewige Stadt - ein. Kaiser Konstantin wird nur von einem Schwertträger begleitet. Und er hält die Zügel des päpstlichen Schimmels, leistet gegenüber dem Papst den sogenannten Stratordienst. Die Botschaft ist klar: Die absolute Macht auf Erden gebührt dem Papst, vor ihm ist der Kaiser eben nur ein Knecht, der das Pferd halten darf...
Konstantin I. (reg. 306-337) war der erste römische Kaiser, der das Christentum tolerierte und die Christen nicht mehr verfolgen ließ. Taufen ließ er sich allerdings erst auf dem Sterbebett. Genau zu dieser Zeit war Silvester I. (314-335) Bischof von Rom und somit der erste Papst, der nach der offiziellen Tolerierung des Christentums auf dem Stuhle Petri amtierte.

Die Legenden um Konstantin und Silvester dürften um 500 entstanden sein. Sie dienten später dem Papsttum dazu, die "Konstantinische Schenkung", eine (im Mittelalter gefälschte) Urkunde, nach der die Päpste die rechtmäßigen Besitzer des Kirchenstaates waren, zu untermauern. Doch es ging im Mittelalter um mehr: Wer hat das Herrschaftsprimat? Der Streit erreichte einen ersten Höhepunkt zwischen Papst Gregor VII. und König Heinrich IV. (Gang nach Canossa 1077!) und eskalierte schließlich im Machtkampf zwischen Papst Innozenz IV. (1243-1254) und dem Stauferkaiser Friedrich II. (1220-1250) erneut.

Und genau zu dieser Zeit (1246) ließ Papst Innozenz IV. die Kapelle des hl. Sylvester in das Kloster Santi Quattro Coronati einbauen und von byzantinischen Meistern mit den Fresken schmücken. Ob Innozenz IV., der 1244 selbst aus Rom geflüchtet war und den Kaiser aus dem Exil bekämpfte, die Absicht hatte, Friedrich II. hier zu treffen? Vielleicht - aber dazu ist es nicht gekommen, Friedrich starb 1250 unerwartet an einer ruhrähnlichen Krankheit und Innozenz kehrte erst 1253 nach Rom zurück.
Der Freskenzyklus ist also mehr als nur die meisterliche Illustration einer schönen Legende, er ist in der damaligen Zeit eine hochpolitisch aufgeladene Manifestation. (J. Imbach, (4))
Der Freskenzyklus ist also mehr als nur die meisterliche Illustration einer schönen Legende, er ist in der damaligen Zeit eine hochpolitisch aufgeladene Manifestation. (J. Imbach, (4))
Die Erzählung von der wundersamen Heilung des Kaisers Konstantin durch Sylvester findet sich in der Legenda Aurea des Jacobus de Voragine, einer mittelalterlichen Sammlung der Lebensgeschichten von Heiligen (3). In ihr werden auch die Episoden beschrieben, die in den beiden folgenden Fresken dargestellt sind:
Sylvester erweckt einen Stier wieder zum Leben und überzeugt die Kaiserinmutter Helena vom Christentum:

"Da dies Helena vernahm, des Kaisers Constantini Mutter, die zu der Zeit in Bethanien war, schrieb sie ihrem Sohne Briefe und lobte ihn, daß er die Abgötter gelassen hätte; doch schalt sie ihn, daß er nicht an der Juden Gott, sondern an einen gekreuzigten Menschen glaube." Konstantin schrieb zurück, sie solle kommen, und man wolle mit Sylvester und zwölf weisen Männern "aus beider Rede und Lehre schätze(n), welcher Glaube der wahre sei." So geschah es, zwei unabhängige Richter urteilten und elf mal ging der Punkt an Sylvester.
Da stund Zambri auf, der zwölfte Meister,...
...und sprach mit großem Unwillen "Ihr weisen Richter, mich wundert, daß ihr diesen trügerischen Reden glaubt, und wähnet, daß Gottes Gewalt mit Worten möge bewährt werden. Lassen wir nun die Worte und greifen an die Werke! Es sind gar törichte Leute, die an den Gekreuzigten glauben, denn ich weiß den Namen des allmächtigen Gottes, der ist so groß und kräftig, daß ihn die Steine nicht ertragen mögen, noch eine Kreatur vernehmen mag. Und daß ihr sehet, daß ich die Wahrheit sage, so führet einen wilden Stier her, der wird alsbald sterben, so ich ihm den Namen ins Ohr sage". Da sprach Silvester "Und wie lerntest du den Namen ohne Hören?" Antwortete Zambri "Diese Heimlichkeit magst du Judenfeind nicht erfahren". Also ward ein wilder Stier herbeigeführt, den mochten hundert starke Männer kaum halten. Zambri sprach ihm ein Wort in sein Ohr, da brüllte der Stier auf, rollte die Augen, und fiel tot nieder. Die Juden schrieen Sieg und spotteten Sanct Silvesters, aber der sprach "Das war nicht Gottes Name, sondern der Name des bösesten der Teufel; mein Herr Jesus Christus kann mehr als die Lebendigen töten, er kann die Toten wieder lebendig machen. Töten und nicht wieder lebendig machen, das können die Löwen und Schlangen und andern wilden Tiere. Darum will er, daß ich glaube, daß es keines Teufels Name sei gewesen, so spreche er den Namen noch einmal und mache den Stier damit wieder lebendig; denn von Gott ist geschrieben 'Ich töte und ich mache lebendig' (5. Mose 32, 39). Und mag er den Stier nicht wieder lebendig machen, so ist es ohne Zweifel eines Teufels Name gewesen; denn der Teufel kann töten, aber nicht auferwecken". Da die Richter Zambri zwingen wollten, daß er den Stier wieder lebendig mache, da sprach er "Silvester mag ihn lebendig machen im Namen Jesu des Galiläers, so wollen wir alle an Christum glauben. Aber uns dünket möglicher, daß er mit Flügeln fliege, denn daß er dies vollbringe". So sprachen auch die andern Juden, daß sie glauben wollten, wenn er den Stier wieder lebendig mache. Da sprach Silvester sein Gebet, und neigte sich zu den Ohren des Stieres und sprach "O du Name des Fluches und Todes, ich gebiete dir bei dem Namen Jesu Christi, daß du ausgehest, und in demselben Namen gebiete ich dir, du Stier, daß du aufstehest und ruhig heim zu deiner Herde gehest". Da stund der Stier auf und ging von dannen zahm und fromm. Davon ward die Kaiserin Helena gläubig, und die Juden und die Richter und alles Volk mit ihr.
Text (kursiv): https://www.heiligenlexikon.de/Legenda_Aurea/Silvester_I.htm
Helena lässt nach dem Kreuz Christi graben.Die Kaiserinmutter ist also durch Sylvester nun ebenfalls zur überzeugten Christin geworden. Sie begibt sich nach Jerusalem und lässt auf dem Hügel Golgatha nach dem Kreuz suchen. Drei Kreuze werden gefunden! Doch eines nur konnte das richtige sein... Schließlich wurde das wahre Kreuz erkannt: Als man es einem Toten auflegte, wurde dieser wieder zum Leben erweckt. Übrigens: Auch die Nägel sollen der Legende nach gefunden worden sein. Einer davon soll sich in der Heiligen Lanze (der Mauritiuslanze) befinden. Aber das ist schon wieder eine andere Legende.
Christus, der Weltenrichter
Zum Abschluss betrachten wir noch einmal das wunderbare Fresko, mit dem die Maler die Stirnseite geschmückt haben: Würdevoll und erhaben sitzt Christus auf dem Thron, geschickt hat der Künstler die Leidenswerkzeuge (Dornenkrone, Nägel, Essigschwamm, Lanze) plaziert. Das Kreuz selbst aber wird zum Triumphkreuz und Herrschaftszeichen. Auf der rechten Seite (vom Betrachter aus) bläst ein Engel die Posaune zum Jüngsten Gericht. Auf der linken Seite rollt ein anderer Engel bereits das Firmament mit Sonne, Mond und Sternen zusammen. Das Ende der Welt steht unmittelbar bevor.
Wir heutigen Menschen stehen bewundernd vor diesen herausragenden Fresken, die sich in der Abgeschiedenheit hervorragend erhalten haben (resp. hervorragend restauriert wurden). Wie gesagt, den Besuch der Sylvesterkapelle sollte man bei einem Rombesuch nicht verpassen!
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Literatur und Quellen:
1) Heinz-Joachim Fischer, Rom, Zweieinhalb Jahrtausende Geschichte, Kunst und Kultur der Ewigen Stadt, DuMont Kunstreiseführer, 6. Aufl. 2011, Ostfildern
2) Informationstafel vor der Kirche
3) Legenda Aurea, gefunden bei: www.heiligenlexikon.de/Legenda_Aurea/Silvester_I.htm, 17.12.2025
4) Josef Imbach, Kirche und Kunst, Was Bilder vermitteln - und woran sie Kritik üben, Theologischer Verlag Zürich, 2025
--------------1) Heinz-Joachim Fischer, Rom, Zweieinhalb Jahrtausende Geschichte, Kunst und Kultur der Ewigen Stadt, DuMont Kunstreiseführer, 6. Aufl. 2011, Ostfildern
2) Informationstafel vor der Kirche
3) Legenda Aurea, gefunden bei: www.heiligenlexikon.de/Legenda_Aurea/Silvester_I.htm, 17.12.2025
4) Josef Imbach, Kirche und Kunst, Was Bilder vermitteln - und woran sie Kritik üben, Theologischer Verlag Zürich, 2025

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