Romanische Kapitelle und Portale in Spanien


Ein Kleinod der romanischen Baukunst in Barcelona: Das Kloster Sant Pau del Camp

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Als das Paulus-Kloster im 10. Jahrhundert errichtet wurde, lag es noch auf dem freien Feld vor den Stadtmauern - daher rührt auch sein Name. Das ehemalige Benediktinerkloster ist eines der wenigen romanischen Baudenkmäler in Barcelona. Es wurde im Jahr 911 gegründet, durch die Araber 985 zerstört, dann im 11. und 12. Jahrhundert wieder aufgebaut, später umgebaut und verändert, und so stammen nicht mehr alle Teile der Bausubstanz aus der Anfangszeit.

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Doch das weitgehend intakte Bauwerk vermittelt einen hervorragenden Begriff vom Geist romanischer Baukunst. Aus der Frühzeit des Klosters könnte die Dekoration der romanischen Westfassade gehören, deren Portal von zwei Säulen eingefasst wird, die westgotische Kapitelle tragen.


Westfassade und Portal
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Im Tympanon des Portals begegnen wir den Figuren von Christus sowie den Aposteln Paulus und Petrus. Über dem Portal befinden sich eine Darstellung der Hand Gottes, sowie oben und an den Seiten die symbolischen Darstellungen der vier Evangelisten durch geflügelte Wesen (Markus-Löwe, Lukas-Stier, Matthäus-Mensch, Johannes-Adler).

Westfassade und Details
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Der äußere Portalbogen ist mit verschiedenen Elementen geschmückt, im Türsturz sind die Namen von Paulus und Petrus dargestellt. Schaut man noch weiter nach oben, gewahrt man die mit pflanzlichen und figürlichen Motiven geschmückten Konsolen.

Westfassade und Details
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Im Innern der Kirche entsteht infolge des kurzen Kirchenschiffes der Eindruck eines Zentralbaues, den man beim Blick auf den Grundriss, der einem griechischen Kreuz ähnelt, bestätigt findet. Die spärliche Belichtung durch schmale Fensterschlitze verstärkt noch den altertümlichen und feierlichen Eindruck des gewölbten Innenraumes.

In der Klosterkirche Sant Pau de Camp, Barcelona
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Im Kreuzgang

Der kleine romanische Kreuzgang ist jedoch das absolute Highlight! In abgeschiedener Stille ziehen sich die Arkaden mit ihren schönen Doppelsäulen um den Hof, die maurisch anmutenden Bögen mit ihren Dreipass- und Fünfpassmotiven verleihen dem Ort dabei einen ganz besonderen Reiz.

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Die Kapitelle sind reich und phantasievoll dekoriert, neben einfachen geometrischen und planzlichen Formen kann man auch tierische und menschliche figürliche Motive finden. Mehrfach wird der Kampf gegen das Böse thematisiert, Ritter wehren Ungeheuer ab. Ob diese Darstellungen mit dem Kampf gegen die Mauren in Verbindung stehen?

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Vögel und Sirenen
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Pflanzen und Tiere, Menschen dazwischen

Das Böse lauert überall...
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Jagdszene
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Abwehr und Kampf gegen das Böse

Der Sündenfall und die schreckliche Bestrafung der Wollust...
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In Nischen neben dem (gotischen) Kapitelsaal, befinden sich zwei Grabmäler der Grafen von Barcelona, darunter das des Klostergründers Guífre Borrell (Wilfried II. Borell) aus dem 10. Jahrhundert.

Im Kreuzgang und im Kapitelsaal
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Das Kloster Sant Pau del Camp ist für jeden Romanikfreund ein Muss! Und wenn man in Barcelona noch mehr romanische Kapitelle anschauen möchte, dann lohnt der Besuch des katalanischen Nationalmuseums für Kunst!


Im Museum: Romanische Kapitelle Kataloniens in Barcelona

In der Abteilung Romanik des Museu Nacional d'Art de Catalunya (MNAC) in Barcelona wird die weltweit größte Sammlung romanischer Wandmalereien präsentiert. Darüber hinaus werden natürlich auch andere bedeutende Kunstwerke aus verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte vorgestellt - so dass der Besuch des Museums  auf jeden Fall unbedingt empfehlenswert ist!

Und natürlich finden sich in der Romanikabteilung auch etliche schöne Kapitelle, wobei einige der vorromanischen frühen Werke aus Andalusien (Cordoba) stammen - auch westgotische Arbeiten werden ausgestellt - doch sehen Sie selbst!

Vorromanische Kapitelle:
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V. l. n. r.: 1) Capitell d'època visigota, Segle VII, Talla en pedra, Procedeix probablement de Còrdova
2, 3) Capitell andalusí d'època emiral, Finals del segle IX-inicis del segle X, Talla en marbre, Procedeix probablement de Còrdova
4) Capitell andalusí d'època emirocalifal, Primer terc del segle X, Talla en marbre, Procedeix de Còrdova
5) Capitell andalusí d'època emirocalifal, Primera meitat del segle X, Talla en marbre, Procedeix de la
ciutat-palau Madinat-alZahara (Còrdova)
6) Detail von 3)

Romanisches Pfeilerkapitell mit Szenen aus dem Alten Testament: Sündenfall und Opferung Isaaks
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Capitells del pilar de Camarasa, Últim quart del segle XII, Talla en pedra
Procedeix de l'església de Sant Miquel del castell de Camarasa (Noguera)

Romanische Kapitelle
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Capitells de l'absis de Camarasa, Últim quart del segle XII, Talla en pedra
Procedeix de l'església de Sant Miquel del castell de Camarasa (Noguera)

Säulenbasen und Wölbstein aus Ripoll
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Bases del baldaquí de Ripoll, rechts: Dovella de Ripoll, Segon terc del segle XII, Talla en pedra
Procedeixen de l'església de Sant Miquel de l'antic monastir de Santa Maria de Ripoll (Ripollès)

Romanische Kapitelle aus Besalú
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Capitells de Santa Maria de Besalú, Segon terc del segle XII, Talla en travertí
Procedeixen de l'església de l'antiga canònica de Santa Maria de Besalú (Garrotxa)

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Das Mittelalter war nie so finster, wie es in älteren Publikationen oft dargestellt wurde. Auf jeden Fall gab es vielfältige Anregungen und einen kulturellen Austausch zu den benachbarten Regionen. Wie die Tafel im Museum (auf Katalanisch) informiert, stammt dieses Kapitell mit den Ranken und Früchten wahrscheinlich aus dem Languedoc oder der Gascogne in Frankreich.
Capitell amb motius entrellacats, Segonterc del segle XII, Talla en pedra, Procedeix probablement del Llenguadoc o de la Gascunya (Franca)


Dieses romanische Doppelkapitell zeigt die Geburt und Taufe von Jesus und die Flucht nach Ägypen:
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Doble capitell amb escenes de la Nativitat, Segona meitat del segle XII, Talla en pedra
Procedènca desconeguda

Romanisches Kapitell aus Katalonien
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Capitell historiat, Primer quart del segle XIII, Talla en marbre
Procedeix d'alguna església de Catalunya

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Capitell amb grius, Finals del segle XII, Talla en pedra
Procedeix probablement de l'entorn de Girona o de l'Empordà

Sirenen galten als gefährliche Wesen: Sie verführten mit betörendem Gesang und ihre Haltung erscheint auch nicht gerade besonders keusch... *)
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Capitell amb sirenes, Primera meitat del segle XII, Talla en pedra
Procedeix probablement d'algun claustre del nord-est de Catalunya
*) ... doch bei dieser, an den griechischen Buchstaben Omega erinnernden Form einer zweischwänzigen Nixe, einer sogenannten "Sirena bifida", liegt eine "vielschichtige Bedeutungspalette ... in der Bildqualität des symbolträchtigen Fabelwesens ... Die anmutige Omega-Form des Fischweibchens strahlte Heil und Segen aus, gegen die ... Sünde und Verderben nichts ausrichten konnten." (Ulrike Kindl)
Ulrike Kindl: Sirena bifida, Bilderwelten als Denkräume, Studienverlag Insbruck 2008

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Peces del clausteres de Sant Pere de les Puel-les

Finals del segle XII - inicis del segle XIII, Talla en pedra de Montjuic amb restes de policromia posteriors
Procedeixen de l'antic mnestir de Sant Pere de les Puel-les de Barcelona

Das Frauenkloster Sant Pere de les Puels-les gehörte mit zu den bedeutendsten Klöstern des mittelalterlichen Barcelona. Die im Museu Nacional d'Art de Catalunya aufgebauten Teile des (zerstörten) Klosters können einen kleinen Eindruck vom Kreuzgang vermitteln.

Teile des Kreuzganges von Sant Pere
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Kapitelle aus dem Hospital des Hl. Nikolaus
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Capitells de l'hospital de Sant Nicolau, Cap a 1200-1220, Talla en marbre
Procedeixen de l'antic hospital de Sant Nicolau de Barcelona

Kapitelle aus Granit
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Capitells de Sant Serni de Tavèrnoles, Segon quart del segle XII, Talla en granit
Procedeixen probablement del claustre de l'antic monastir de Sant Serni de Tavèrnoles (les Valls de Valira, Alt Urgell

Noch zwei Kapitelle...

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<-- links: Capitell amb motius vegetals i figures, Primer terc del segle XIII
Talla en marbre, Procedència desconeguda

   Pica beneitera, rechts -->
Primer terc del segle XIII
Talla en marbre,
Procedeix probablement de Tarragona


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nach Puente la Reina