Tympana und Kapitelle der Kirche Sainte-Marie-Madeleine in Vézelay


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Ste-Madeleine, Vézelay
Die ehemalige Wallfahrtskirche Saint-Marie-Madeleine im burgundischen Vézelay ist eine der herausragendsten Kirchen des Abendlandes, sie zählt seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Nach einem Brand des Vorgängerbaus wurde die heutige romanische Kirche in der Zeit von 1120 bis 1140 errichtet, die Vorhalle (der Narthex) folgte etwa bis 1150. Der Chor und Teile des Querhauses wurden von 1185 bis 1215 im frühgotischen Stil neu gebaut.
In Vézelay sollen sich der Legende nach die Reliquien der Büßerin Maria Magdalena befinden, der Ort war Ausgangspunkt eines der vier Hauptpilgerwege nach Santiago de Compostela, und von hier rief 1146 der wortgewaltige Bernhard von Clairvaux zum zweiten Kreuzzug auf. Später verfielen die Klosteranlagen, nur das gewaltige Kirchengebäude blieb erhalten. Im 19. Jahrhundert erfolgten Restaurierungsarbeiten unter der Leitung von Viollet-le-Duc und heute ist die Kirche wiederum Ziel von Tausenden Touristen und Pilgern.

Das Tympanon des äußeren Westportals


Bild "Vezelay_aussen_03.jpg"   Die Skulpturen des Außen-Westportales wurden während der
Französischen Revolution vernichtet, die heutige Fassade ist
stark verändert, vor allem das Tympanon des Mittelportals ist
eine neo-romanische Neuschöpfung durch Viollet-le-Duc. Die
Skulpturen an der Fassade oberhalb des Portals dagegen sind
Originale.
Im Giebel befinden sich die Statuen von Christus im Zentrum,
Maria und Maria Magdalena sowie zwei Engel an den Seiten.
Zwischen den Fenstern sieht man Johannes den Täufer, Andreas,
Petrus und Paulus, Johannes Evangelista und den hl. Benedikt.
Bild "Vezelay_aussen_02.jpg"   Das Tympanon lehnt sich stark an die romanischen "Weltge-
richtsportale" an (z. B. das Portal des Meisters Gislebertus in
Autun), der Weltenherrscher Christus scheidet am Jüngsten
Tag die Guten von den Bösen.
  
Bild "Vezelay_aussen_04.jpg"    Die Guten und Gerechten zur rechten Seite Christus' gelangen
mit Hilfe der Heiligen und der Apostel zur ewigen Seligkeit in
das Paradies, die Bösen zu seiner Linken aber ereilt die ewige
Verdamnis - der Höllenrachen tut sich auf, die Sünder zu ver-
schlingen. Viollet-le-Duc und seinen Mitarbeitern gelingt hier
im 19. Jahrhundert eine sehr schöne Adaption eines "romani-
schen" Tympanons.



Details vom Tympanon
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Alles ist da: Die Symbole der vier Evangelisten, Posaunenengel, die Seelenwägung, ein hässlicher
Teufel, der Höllenschlund. Im Türsturz werden Szenen aus dem Leben Christus dargestellt:
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Die Innenportale


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Im Narthex
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Hauptportal im Narthex
Steht man im Narthex, in der dämmrigen Vorkirche, dann steht man vor den drei Portalen, die sich in die Helle des Kirchenschiffs öffnen. Absoluter Höhepunkt ist dabei das Hauptportal in der Mitte, es ist der größte künstlerische Schatz der Kirche. Das "Pfingstwunder" des Tympanons ist gleichzeitig eine Darstellung des mittelalterlichen Weltbildes: Dieses "...durch apokalyptisch-eschatologische Vorstellungen bestimmte Weltbild hat sein Wurzeln zunächst in der jüdisch-christlichen Tradition, sowohl in den heiligen Schriften wie bei den Kirchenvätern. Unter den letzteren ist es besonders Augustinus, der unter dem Eindruck des zerfallenden Römerreiches stehend in seinen Schriften der mittelalterlichen Kirche endzeitliches Bewusstsein und allegorische Weltdeutung zugleich vermittelte. Was sich auf dem Tympanon und den Kapitellen der romanischen Kirchen ausbreitet, liegt jenseits aller erfahrbaren Wirklichkeit." (1)

(1) Helmut Feld, Der Ikonoklasmus des Westens, Brill Academic Pub (1990), ISBN-10: 9004092439, ISBN-13: 978-9004092433

Das Hauptportal im Innern

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Im Zentrum des Bogenfeldes thront Christus in der Mandorla. Doch diesmal scheidet er nicht Gut und Böse, sondern von seinen ausgebreiteten Händen gehen "Lichtstrahlen" direkt zu den Häuptern der Apostel aus, die so mittels des Heiligen Geistes befähigt werden, die wunderbare Botschaft in allen Sprachen bis in die letzten Winkel der Welt zu verkünden. Das Pfingstwunder der Ausschüttung des heiligen Geistes wird mit der Aussendung der Apostel verbunden. Alle (bekannten) Völker der Welt werden auf dem Türsturz und im rahmenden Bogenfeld dargestellt und sollen dieses Wunders teilhaftig werden.

Das "Pfingstwunder" - Hauptportal in Vézelay
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Gerahmt wird das Wunder durch zwei Bögen: Im inneren Bogen werden in acht Segmenten verschiedenartigen Völker (darunter Griechen, Juden, Kappadokier, Armenier und Äthiopier) dargestellt, der äußere Bogen enthält mit seinen Tierkeiszeichen eine zeitliche Darstellung des Jahresablaufs, wobei Monatsbilder die Tätigkeiten des Menschen im Verlauf des Jahres verdeutlichen.

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Tierkreiszeichen und Monatsbilder

Rechter Hand von Christus (links vom davorstehenden Betrachter) sind schreibende Apostel und die bekannteren Völker zu sehen, dem entspricht der aufsteigende Jahresbogen hin zum höchsten Punkte zum Haupte Christi, hin zum Licht. Der absteigende Jahresbogen landet dagegen in der Dunkelheit, bei den Völkern am Ende der Welt. Hell und Dunkel, Werden und Vergehen, Aufstieg und Abstieg - Zeit, Raum und Licht sind hier mystisch miteinander verbunden. Und wenn die Heilsbotschaft endlich alle Völker der Erde erreicht hat, dann vollendet sich der Kreis, dann wird der Jüngste Tag anbrechen... Der Geist und Leben spendende Weltherrscher ist gleichzeitig der Weltrichter...
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Juden (Jerobeam)
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Kappadokier
Das geheimnisvolle Mysterium lässt Raum für vielfältige Interpretationen. Doch verlassen wir jetzt besser die mittelalterliche Mystik und schauen uns lieber die phantasievollen Menschenwesen etwas näher an...

Links im ersten Feld des Segmentbogens (zur Rechten Christi) sitzen zwei an ihrem Pult schreibende Apostel. Die beiden Gestalten darüber stellen den König Jerobeam dar, der gerade die Festnahme eines Propheten veranlasst, der ihm wohl seine Freveltaten vorhielt. Hier soll die Szene das angeblich treulose jüdische Volk charakterisieren. Im dritten Feld werden "Kappadokier" gezeigt, ein höchst seltsames Volk von siamesischen Zwillingen; diese werden gefolgt von einem Mann, der einem anderen Mann mit verdrehtem Arm hilft/tröstet, vielleicht sind es Araber, die ja für ihr medizinisches Wissen bekannt sind.

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Kynokephale
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Äthiopier und Phrygier
Danach sieht man "Inder" mit "Hundsköpfen", sogenannte "Kynokephale".
Rechts im Bogen reichen sich ein Mann und eine Frau die Hand, sie haben platte Nasen und sehen ein bisschen schweinsköpfig aus, so hatte einst Herodot die "Äthiopier" beschrieben. In den folgenden Feldern meint die Forschung  Phrygier, Griechen/Byzantiner und im letzten Feld wohl Armenier an ihren hohen Schuhen zu erkennen, doch die Meinungen gehen durchaus auseinander.

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Armenier
In den Türsturz hinein ragt als Trumeaufigur (Mittelpfeilerfigur) die Gestalt von Johannes dem Täufer. Er hält als Verkünder des neuen Bundes eine Scheibe, auf der das Osterlamm zu sehen ist/war. Ihm zur Seite stehen etwas kleiner die Apostelfürsten Petrus und Paulus. Auf dem Türsturz selbst erscheint links und rechts der bunte Zug der Völker. Ganz links (also rechts von Christus) sind Bogenschützen zu erkennen, Skythen vielleicht (oder etwa Engländer? Langbogenschützen?) und Menschen, die Opfergaben und Geschenke bringen.
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Panotier
Das ist die römische Welt, es gibt einen runden Kuchen, einen Fisch, einen Eimer, ein Kästchen mit Weihrauch (?). Auf der rechten Seite sehen wir Krieger mit Kettenhemden (Europäer?), dann den Vertreter eines Riesenvolkes, einen Makrobier aus Indien (?), daneben einen Zwerg, einen Pygmäen, der so klein ist, dass er eine Leiter benötigt, um auf sein Pferd zu steigen. Und ganz rechts, am äußersten Rande der Welt, wo unablässig die heftigen Winde wehen, da leben die Panotier - Wesen mit riesigen Ohren, die sie gebrauchen, um sich schützend damit bedecken zu können. Wir sehen ein Kind, das sich das Bein hält, einen Mann und eine Frau - alle mit herrlich großen Ohren versehen. So stellte sich der mittelalterliche Mensch die Welt vor, so ist es in den mittelalterlichen Schriften nachzulesen, so artikulierte das Christentum seinen Universalitätsanspruch.

Vézelay, Sainte-Madeleine, Tympanon des Hauptportals
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In seinem großartigen Roman "Der Name der Rose" lässt Umberto Eco den Mönch Adson von Melk sich an ein Portal erinnern, für das Vezelay zweifellos Pate stand und das die mittelalterlichen Vorstellungen über die unbekannten Weltgegenden unnachahmlich (und mit literarischer Freiheit) zum Ausdruck bringt. Lesen Sie hier einen Ausschnitt:

Umberto Eco: Der Name der Rose
"...und (ich) stand überrascht vor einem zweiten Portal, das in der alten Manier gestaltet war, überwölbt von einem Rundbogen, der ein halbmondförmiges Tympanon voller wunderbarer Figuren umschloss. (...) Die Skulpturen waren ebenso schön, aber nicht so beunruhigend wie die am Portal der neuen Kirche. Auch hier beherrschte ein thronender Christus die ganze Komposition, doch rechts und links neben ihm standen und saßen, in verschiedenen Stellungen und verschiedene Gegenstände haltend, die zwölf Apostel, die von ihm den Auftrag erhalten hatten, in die Welt zu gehen und den Menschen das Evangelium zu bringen. Über dem Haupt des Erlösers, angeordnet in einem Bogen, der sich in zwölf Paneele teilte, sowie unter seinen Füßen in einer ununterbrochenen Prozession von Figuren, waren die Völker der Welt dargestellt, denen die Frohe Botschaft gebracht werden sollte, und ich erkannte an ihren Kostümen die Juden, die Kappadozier, die Araber und die Inder, die Phrygier, die Byzantiner, die Armenier und die Skythen sowie die Römer. Doch vermischt mit ihnen sah ich, aufscheinend in dreißig Rundbildern, die sich über dem Bogen der zwölf Paneele zu einem zweiten Bogen fügten, die Bewohner der unbekannten Welten, von denen zuweilen der Physiologus und die Berichte der Reisenden sprechen. Viele von ihnen waren mir gänzlich unbekannt, andere erkannte ich: zum Beispiel die Wesen mit sechs Fingern an jeder Hand, die Faune, die aus den Würmern zwischen Borke und Schaft der Bäume wachsen, die schuppengeschwänzten Sirenen, die mit ihrem verführerischen Gesang die Seefahrer ins Verderben locken, die Aithiopen, deren Leiber ganz schwarz sind und die sich zum Schutz vor der Sonnenglut Höhlen unter der Erde graben, die Onozentauren, die bis zum Nabel Menschen sind und darunter Esel, die Zyklopen, die nur ein Auge haben, das ihnen talergroß auf der Stirn sitzt, auch Skylla mit dem Kopf und der Brust eines Weibes, dem Leib einer Wölfin und dem Schuppenschwanz eines Delphins, dazu die behaarten Menschen aus Indien, die in den Sümpfen wohnen und auf dem Fluss Epigmarides, die Kynozephalen, die sich bei jedem Wort unterbrechen und bellen, die Scinopoden, die ungemein schnell auf ihrem einen Bein rennen können und die, wenn ihnen die Sonne zu heiß brennt, sich auf den Rücken legen und ihren großen Entenfuß über sich ausbreiten wie einen Schirm, ferner die mundlosen Astomaten aus Griechenland, die durch die Nase atmen und nur von Gerüchen leben, die bärtigen Weiber aus Armenien, die Epigysten, auch Blemyen genannt, die den Mund am Bauch haben und die Augen auf den Schultern, weil sie kopflos geboren werden, dazu die Pygmäen, die Riesenweiber vom Roten Meer, zwölf Fuß hoch und Haare bis zu den Fersen, am Hintern einen Kuhschwanz und Hufe wie ein Kamel, auch die Leute mit den verkehrten Füßen, deren Zehen nach hinten zeigen, so dass, wer ihre Spuren verfolgt, immer dort anlangt, wo sie herkommen, und nie dort, wo sie hingehen, schließlich die Menschen mit den drei Köpfen und die mit den Glutaugen, die im Dunkeln wie Lampen leuchten, und die Monster der Circe-Insel, Menschenleiber mit den verschiedensten Tierköpfen...
All diese Wunderwesen und andere mehr erblickte ich auf dem Tympanon. Doch keines von ihnen rief Beklemmung hervor, denn sie standen hier nicht als Zeichen für die Übel der Welt oder für die Qualen der Hölle, sondern als Zeugnis dafür, dass die Frohe Botschaft den ganzen bekannten Erdkreis erreicht hatte und sich bereits auf die Terra incognita auszubreiten begann, weshalb das Portal als frohe Verheißung von Eintracht, vollendeter Einheit im Evangelium Christi und strahlender Oekumene erschien.
(...)
Ich verglich die Geringfügigkeit meiner Kümmernisse mit der grandiosen Friedens- und Glücksverheißung, die da in Stein gehauen aus dem Tympanon sprach, raffte mich auf, bat den Herrn um Vergebung für meinen Wankelmut und trat voller Zuversicht über die Schwelle."
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zitiert aus: Umberto Eco, Der Name der Rose, aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber, Lizenzausgabe der Süddeutschen Zeitung GmbH, München, 2004, S. 448ff.

Soweit also aus dem Bericht des Adson von Melk, der sich genau an die Geschehnisse in jener Abtei mit der geheimnisvollen Bibliothek erinnert und diese sorgfältig dokumentiert. Und was geschah (im Roman) weiter, nachdem Adson so zuversichtlich die Schwelle überschritten hatte? Er gerät in die Versammlung frommer Männer, die sich bei ihrem Disput über die Frage nach der Armut Christi gewaltig in die Haare geraten...



Das nördliche Seitenportal (links)


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Nördl. Seitenportal
Im Bogenfeld werden Szenen nach der Auferstehung Christi dargestellt. Im unteren Teil begegnet er den Emmaus-Jüngern, die ihn nicht erkennen, in der zweiten Szene beim Brotbrechen gibt er sich ihnen dann zu erkennen und zuletzt kehren die Jünger nach Jerusalem zurück, um den anderen von ihrem Erlebnis zu berichten. In der oberen Szene ist der auferstandene Christus inmitten seiner Jünger zu sehen. Rechts am Pfeiler spielt die himmlische Musik: dargestellt wird hier ein Ton des Gregorianischen Gesanges.

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Das südliche Seitenportal (rechts)

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Südl. Seitenportal
Das Tympanon des südlichen Seitenportals thematisiert Szenen aus dem irdischen Leben Jesu. Links verkündet der Engel Maria die bevorstehende Geburt, Maria besucht daraufhin ihre Verwandte Elisabeth (die sogenannte Heimsuchung) und berät sich mit ihr, denn Elisabeth ist ebenfalls schwanger (mit Johannes dem Täufer), und schließlich ist die Geburt des Kindes rechts zu sehen. Im oberen Bogenfeld wird die Anbetung Jesu durch die drei Könige dargestellt.

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Die Kapitelle im Langhaus von Sainte-Madelaine in Vézelay


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Innenraum
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Kapitelle
Das dreischiffige Langhaus besteht aus 10 Jochen und entstand bis etwa 1130. Lichtführung und Raumeindruck sind überwältigend. Der ornamentale Schmuck ist ausserordentlich reich. Friese begleiten die Bögen, zwei Drittel der 150 Kapitelle zeigen figürlichen Schmuck. Einige der Kapitelle (z. B. die "Versuchung des Antonius", "Das Goldene Kalb" oder "Die Mystische Mühle" zählen auf Grund ihrer herausragenden Expressivität zu den absoluten mittelalterlichen Meisterwerken.

Bei Wikipedia kann man lesen:
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Kapitelle
"Das berühmteste Kapitell in Vézelay ist "Die mystische Mühle", die vom Cluny-Meister geschaffen wurde. Diese Szene ist eine wunderbare Darstellung des mittelalterlichen bildhaft-symbolischen Denkens, das uns heute so schwer verständlich ist und teilweise absurd erscheint. Ein Mann im kurzen Gewand mit Schuhen an den Füßen schüttet Korn in eine Mühle, während ein barfüßiger anderer, bekleidet mit einer weißen Toga, das Mehl auffängt. Was heißt das?
In der ersten Gestalt muss man Moses sehen; im Korn, das er in die Mühle schüttet, das Gesetz des Alten Testamentes, das er von Gott am Berg Sinai erhalten hat. In der Mühle, die das Korn mahlt, wird symbolisch Christus dargestellt (das Rad ist mit einem Kreuz bezeichnet). In dem Menschen, der das Korn auffängt, wird der Apostel Paulus gezeigt, und im Mehl selbst das Gesetz des Neuen Bundes, die neue Gerechtigkeit. Das Gesetz des Moses enthielt zwar die Wahrheit, aber es war eine verborgene Wahrheit, so verborgen wie das Mehl im Korn. Erst durch das Opfer Christi am Kreuz ist es in dieses Mehl verwandelt worden, das man in sich aufnehmen kann, indem man es zu Brot weiterverarbeitet: und das ist das neue Gesetz des Evangeliums Jesu Christi, das der hl. Paulus durch Gottes Auftrag annahm, um es weiter zu verbreiten." (Quelle: Wikipedia)

Die mystische Mühle
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Wikipedia weiter:  
"Die historisch älteste Form eines Kapitells in der Kunstgeschichte des Mittelalters hatte noch Pflanzen als Motiv in der Tradition der antiken korinthischen Kapitelle. Die späteren Themen waren dann u.a. davon bestimmt, dass viele Kirchen auf Pilgerstraßen lagen oder an den Strecken der Kreuzzüge. In beiden Fällen war der Gedanke an den Tod, an Raub und Versklavung, an Krankheiten etc. allgegenwärtig gewesen und wurde in den Darstellungen der Kapitelle bearbeitet im Sinne einer Mahnung, sich davon nicht schrecken zu lassen.
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Innenraum
Die figürlichen Kapitelle entlehnen den größten Teil ihrer Themen Texten des Alten und Neuen Testamentes und der Vita der Heiligen. Man findet auch eine Anzahl moralisierender Themen, wie die Bestrafung der Laster, darüber hinaus allegorische Darstellungen und Szenen aus der griechisch-lateinischen Mythologie.
Die eigentliche 'Geschichte' entfaltet sich im Allgemeinen auf den drei Seiten des Kapitellrumpfes und liest sich meistens von links nach rechts.
Die Kapitelle geben in naiver Erzählfreude ihre Inhalte dem Betrachter preis. Die Szenen sind nicht immer zu verstehen, denn die Thematik und die symbolischen Anspielungen sind häufig nicht nur für den modernen Betrachter ohne Interpretationshilfe nicht zu entschlüsseln. Auch der mittelalterliche Gläubige war auf diese Hilfe angewiesen, soweit die Darstellungen nicht schon durch beigefügte Beschriftungen sich verständlich machten, die aber leider heute durchweg verschwunden sind.
Leitthemen der Kapitelle von Vézelay sind die Darstellungen des Guten und des Bösen in vielfältigen Beispielen." (Quelle: Wikipedia)

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FabelwesenDie Entführung Ganymeds Ein Duell
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Wollust (Luxuria) und Ver- zweiflung
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Die Bekehrung des hl. Eustachius Waage und Zwillinge
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Der arme Lazarus und der böse Reiche
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Lamech tötet Kain Daniel bezwingt den Löwen
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Die vier Winde Der hl. Martin und der Baum der Heiden
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Daniel in der Löwen- grube Jakob ringt mit d. Engel
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Isaac segnet Jakob Die Hinrichtung von Sauls Mördern
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Die Legende vom heiligen Benedikt Die Befreiung d. Petrus Kampf zw. Gut u. Böse
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Adam und Eva Versuchung und Vision des heiligen Antonius
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Die Legende der heiligen Eugenia Der Racheengel tötet Das Begräbnis
den Sohn des Pharao des hl. Paulus
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Moses und das goldene Kalb
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Kampf zwischen Dämonen Moses tötet einen Angreifender Sommer und Winter
Ägypter Elefant
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Der Tod des Absalom angreifende Löwen
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David besiegt und tötet Goliath

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nach Moissac