Backsteingotik in Tangermünde, Wolmirstedt und Ziesar


St. Stephanskirche in Tangermünde

Durch den Handel waren die Bürger der Stadt Tangermünde im 14. Jahrhundert zu Wohlstand gekommen und ließen die ursprünglich romanische Stephanskirche ab 1334 zu einer großen dreischiffigen gotischen Hallenkirche umbauen. Insbesondere das Südportal mit seinem Fischblasenmaßwerk im Tympanon und dem umrahmenden Maßwerk zeugt von der aufwändigen kleinteiligen Gestaltung der Backsteingotik.

St. Stephanskirche, Tangermünde
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Das Portal der Schlosskapelle Wolmirstedt

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Südseite der Schlosskapelle
Die Schlosskapelle in Wolmirstedt wurde  unter dem Magdeburger Erzbischof Ernst um 1480 errichtet. Als äußerliches Vorbild für den spätgotischen Backsteinbau diente die Burgkapelle in der Bischofsburg Ziesar (Brandenburg). Das Wappen des Erzbischofs Ernst ist an der Ostwand der Kapelle angebracht.
Die Südseite ist als Schaufassade ausgebildet, hier befinden sich das Hauptportal mit gestuftem Gewände und drei große spitzbogige Fenster. Auch das Portal ist spitzbogig, die Maßwerkgestaltung im Tympanon wird ihrer Form nach Fischblasen genannt. Die Bögen darüber umschließt wie ein Teppichmuster ein fein gearbeiteter Maßwerkschmuck .  

Das Portal der Schlosskapelle ist ein besonders schönes Beispiel später Backsteingotik.

Schlosskapelle Wolmirstedt
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Tafel am Eingang
Auf der Tafel neben dem Eingang kann man Folgendes lesen:
Schlosskapelle: Südlichstes Exemplar der norddeutschen Backsteingotik. Einschiffiger Bau mit Renaissancegiebeln von 1580 und 1630. Ehemals Teil der Ringbebauung der Oberburg, erst ab dem 19. Jh. freistehend. Die ursprünglichen Kreuzrippengewölbe sind eingestürzt. Reste von Wandmalereien sind erhalten. Seit etwa 1640 nur noch Nutzung als Lagerhalle. Nach statischen Sicherungen an Wänden und Fundamenten seit 1995 Nutzung für Kulturveranstaltungen.


Portal und Fassade der Burgkapelle in Ziesar


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Burg Ziesar
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Burgkapelle, Hofseite
Die Burg in Ziesar (sprich Zi-e-sar!) ist ein einzigartiges Zeugnis mittelalterlicher Kirchengeschichte und -kultur - schließlich handelt es sich hier um die ehemalige Residenz der Bischöfe von Brandenburg. Vor allem Bischof Dietrich von Stechow setzte im 15. Jahrhundert den repräsentativen Ausbau der Burg fort. Unter ihm wurde 1470 die Burgkapelle geweiht. Heute ist die Burganlage zwar stark verändert, doch Bergfried, Palas und die Burgkapelle sind sehenswert. Damals muss die Anlage in ihrer Gesamtheit einen imposanten Anblick geboten haben, denn Palas und Burgkapelle bildeten mit ihren aufwändig geschmückten Fassaden und gotischen Fenstern eine Einheit.

Burgkapelle Ziesar, Details der Fassade
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Die Hofseite der Kapelle ist ein Meisterwerk der Backsteinarchitektur. Die flachen hohen Strebepfeiler sind als Lisenen gestaltet und gliedern die Schauseite vertikal ganz im Geiste der Gotik. Dabei sind Ähnlichkeiten zu den Südfassaden der Johanniskirche in Werben, der Petrikirche in Seehausen (Altmark) oder der Johanniskirche in Tangermünde nicht zu übersehen. Sehr aufwändig ist das Südportal ausgeführt. Es ist ein Stufenportal mit Spitzbögen. Im Innern der Spitzbögen befindet sich ein schönes Maßwerktympanon, der einfassende äußere Kielbogen ist mit floralen Objekten besetzt und gipfelt in einer den rechteckigen Rahmen überschneidenden Kreuzblume. Ein filigranes Netzgitterwerk hinterfängt am oberen Teil den Rechteckrahmen des Portals.

Burgkapelle Ziesar
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Die Burgkapelle dient der katholischen Gemeinde als Gotteshaus. Das Innere ist im Gewölbe mit illusionistischem Maßwerk ausgemalt, in den Seitennischen finden sich ebenfalls Malereien. Burg und Kapelle können besichtigt, der Bergfried bestiegen werden. Eine interessante Ausstellung über die brandenburgische Kirchengeschichte informiert im Burgmuseum über die Missionierung der ehedem slawischen Gebiete...

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zu Notre Dame de Paris